„Wir haben nach dem Tod meiner Mutter keine Ahnung gehabt, wo wir anfangen sollten. Alles fühlte sich gleichzeitig dringend und unmöglich an." – was viele Angehörige in dieser Situation beschreiben, ist ganz normal. Dieser Artikel soll helfen, Schritt für Schritt Klarheit zu bekommen.
Schritt 1: Atmen und keine voreiligen Entscheidungen treffen
Der erste Impuls vieler Angehöriger ist, sofort loszulaufen und zu handeln. Das ist verständlich – aber nicht nötig. In den ersten Tagen müssen Sie nichts mit der Wohnung entscheiden. Der Vermieter kann die Wohnung nicht kurzfristig zurückfordern, und niemand darf ohne Ihre Zustimmung Gegenstände entfernen.
Nehmen Sie sich eine bis zwei Wochen Zeit, um durchzuatmen, bevor Sie mit der Wohnung beginnen.
Schritt 2: Mietvertrag und Fristen klären
Mietvertrag kündigen
Der Mietvertrag läuft nach dem Tod weiter – Erben treten automatisch in den Vertrag ein. Die gesetzliche Sonderkündigungsfrist für Erben beträgt drei Monate, beginnend mit dem nächsten Werktag nach dem Todesfall. Je früher Sie kündigen, desto weniger Miete zahlen Sie unnötig.
Kündigen Sie schriftlich per Einschreiben. Fügen Sie einen Nachweis der Erbberechtigung bei (Sterbeurkunde + Testament oder Erbschein).
Erbschein beantragen
Wenn kein Testament vorliegt oder das Testament beim Nachlassgericht ist, benötigen Sie einen Erbschein. Diesen beantragen Sie beim Nachlassgericht (zuständig: das Amtsgericht am letzten Wohnort des Verstorbenen). Das dauert in der Regel zwei bis acht Wochen.
Ohne Erbschein oder Testament können Sie zwar die Wohnung betreten, aber keine Gegenstände entnehmen oder den Hausrat verkaufen.
Schritt 3: Wohnung sichern und Wertgegenstände finden
Gehen Sie die Wohnung systematisch durch, bevor Sie irgendjemanden beauftragen. Schauen Sie in alle Schubladen, Schränke und versteckte Stellen. Viele ältere Menschen bewahren Bargeld, Sparbücher oder Schmuck an unerwarteten Orten auf:
- Unter Matratzen und in Kissen
- In alten Schachteln und Aktenordnern
- Hinter Büchern oder in Büchern
- In Gefriertruhen (ja, wirklich)
- In Kleidungstaschen
TL Objektservice sucht bei jeder Nachlassräumung gezielt nach Fotos, Briefen und persönlichen Erinnerungsstücken. Alles Gefundene wird in einer Erinnerungsbox gesammelt und an die Angehörigen übergeben. Dieser Service ist bei jeder Räumung kostenlos dabei.
Schritt 4: Was passiert mit dem Hausrat?
Drei Kategorien bilden
Gehen Sie die Einrichtung gemeinsam mit der Familie durch und ordnen Sie jeden Gegenstand einer von drei Kategorien zu:
- Behalten: Was hat emotionalen oder praktischen Wert für die Familie?
- Spenden oder verkaufen: Brauchbare Möbel, Kleider, Bücher, Geschirr
- Entsorgen: Was nicht mehr nutzbar ist
Tipp: Machen Sie diesen Schritt nicht alleine. Holen Sie Geschwister oder andere enge Angehörige dazu – damit vermeiden Sie spätere Konflikte darüber, wer was genommen hat.
Schritt 5: Wohnung professionell räumen lassen
Für die meisten Familien ist es die richtige Entscheidung, die eigentliche Räumung in professionelle Hände zu geben. Die Gründe:
- Zeitaufwand: Eine Wohnungsauflösung dauert selbst organisiert mehrere Wochenenden
- Entsorgung: Nicht alles kann einfach auf die Straße oder in die Mülltonne
- Emotionale Belastung: Jedes Objekt kann Erinnerungen und Trauer auslösen
- Schwere Möbel: Transport und Abtransport erfordern körperliche Arbeit und Fahrzeuge
Schritt 6: Wohnung übergeben
Nach der Räumung muss die Wohnung in einem Zustand zurückgegeben werden, der dem Mietvertrag entspricht. Das bedeutet meist:
- Besenreine Übergabe (nicht zwingend, aber üblich)
- Behebung von Schäden, die über normale Abnutzung hinausgehen
- Schönheitsreparaturen gemäß Mietvertrag (oft: Wände streichen)
- Rückgabe aller Schlüssel
- Übergabeprotokoll unterschreiben
Eine professionelle Nachlassräumungsfirma liefert die Wohnung in der Regel besenrein – Renovierung kann auf Wunsch direkt mit angeboten werden.
Schritt 7: Verträge und Konten kündigen
Denken Sie daran, diese Dinge im Anschluss zu klären:
- Strom, Gas, Wasser, Telefon und Internet kündigen
- Zeitungsabonnements, Streaming-Dienste, Vereine
- Bankkonten schließen (erst nach Klärung aller offenen Positionen)
- Krankenkasse und Rentenversicherung informieren
- Finanzamt (Erbschaftssteuererklärung ggf. nötig)
Wir begleiten Sie durch den ganzen Prozess
Nachlassräumung Köln mit Wertprotokoll, Gedächtnis-Rettungsdienst und besenreiner Übergabe.